ButtlArt - meine Story

Tauben, Fische oder doch vielleicht ein Kreuz – „Nein“, das war ganz klar mein erster Gedanke, als ich mit 17 meine Taufkerze, die auch gleichzeitig meine Konfirmationskerze war, basteln sollte und mich unter meinen Mitkonfirmanden so umschaute. Alle hatten diese Symbole, es war schön, aber es war mir zu uniform. „Was könnte ich denn noch auf die Kerze setzen“, fragte ich damals unsere Pastorin, die zu meinem Glück großes Verständnis für meine doch etwas bizarren Anwandlungen hatte. „Wie wäre es mit einem Baum – einem Lebensbaum, verwurzelt, mit weitausgebreiteten Armen“, schlug sie mir damals vor. Eine hervorragende Idee. Die Umsetzung erfolgte prompt. Ein Samenkorn war gelegt.

Zwölf Jahre später als unser erster Sohn getauft werden sollte, war das Samenkorn noch am Schlummern. Ich wusste wieder nicht, was ich basteln sollte. Einen Baum? Für ein Baby? Das war mir irgendwie zu langweilig. Bunt sollte es sein. Die Tauf-Jahreszeit – in diesem Fall den Mai - widerspiegeln. Irgendwann fing ich einfach an. Noch in 2D, etwas stumpf und dann, irgendwann wurde es immer mehr, immer voller, die Blumen standen etwas gewagt ab, die Blätter fielen durcheinander, ein Grashalm verstellte die Sicht. Die Blume dahinter schielte um die Ecke. Es war etwas Neues. Ganz anders. Meine erste 3D-Kerze war geboren.

Heute muss ich immer wieder schmunzeln, wenn ich sie mir anschaue. Ein holpriger, etwas rustikaler Anfang. Aber das Samenkorn war da und fing an zu sprießen.

Nun 14 Jahre später ist die Begeisterung für jede einzelne Kerze ungebrochen. Wie bei einem Bild liebe ich die kleinen Details, die das Ganze zum Leben erwecken. Sei es die kleine Möhre in der Hand des Mädchens, ein Rotkehlchen im Baum, mein kleiner Mann mit seinem Reisekoffer im Flieger, die Möwe im Sturzflug oder eine kleine Zipfelmütze an einem Lodenmäntelchen:  Jede Kerze hat ihre eigene kleine Geschichte.